Was tun Sie zuerst bei Stromausfall?
Bei einem Stromausfall klären Sie zuerst, ob Gefahr besteht, bevor Sie im Verteiler etwas einschalten. Riecht es verbrannt, sehen Sie Rauch, Funken oder verschmorte Steckdosen, schalten Sie nichts wieder ein. Bei Rauch oder Feuer rufen Sie sofort die Feuerwehr unter 112.
- Steht Wasser im Keller oder am Verteiler, betreten Sie den Raum nicht und berühren nichts. Laut BBK besteht bei überfluteten Verteilern, Schaltern und Steckdosen möglicherweise Lebensgefahr.
- Ein Stromausfall allein ist kein Notfall. Das BBK bittet, die Notrufnummern von Polizei und Feuerwehr nur bei echten Notfällen zu wählen, damit sie nicht überlastet werden.
Schalten Sie während des Stromausfalls Wärmegeräte wie Herd, Backofen, Bügeleisen, Wasserkocher und Heizlüfter aus. So laufen sie nicht unbeaufsichtigt an, wenn der Strom zurückkommt. Das empfiehlt auch das BBK.
Nur Ihr Haus oder die ganze Straße?
Ob der Stromausfall nur Ihr Haus oder die ganze Straße betrifft, entscheidet, wer zuständig ist. Schauen Sie aus dem Fenster: Brennt bei den Nachbarn Licht, leuchten die Straßenlaternen? Fragen Sie im Mehrfamilienhaus, ob andere Wohnungen Strom haben.
Ist die ganze Straße dunkel, liegt die Störung im öffentlichen Netz, und kein Elektriker kann sie in Ihrem Haus beheben. Informationen zum Ausfall und zu seiner voraussichtlichen Dauer gibt laut BBK Ihr Netzbetreiber.
| Netzbetreiber | Gebiet | So informieren Sie sich |
|---|---|---|
| SWM Infrastruktur | Stadt München und einige Umlandgemeinden | Störungskarte auf swm-infrastruktur.de; Störungen melden beim M-Sicherheitsservice, rund um die Uhr unter 0800 796 888 000 (kostenfrei innerhalb Deutschlands) |
| Bayernwerk Netz | Gemeinden im Netzgebiet der Bayernwerk Netz GmbH | Interaktive Störungskarte auf bayernwerk-netz.de, dort auch Meldung neuer Störungen und die Störungsnummer |
Welcher Netzbetreiber für Sie zuständig ist, lässt sich über Ihre Stromrechnung klären: Sie muss nach § 40 Energiewirtschaftsgesetz die Codenummer des Netzbetreibers ausweisen. Telefonieren Sie während eines größeren Ausfalls nur das Nötigste, denn Mobilfunknetze sind dann schnell überlastet.
Wie prüfen Sie Sicherungen und FI?
Haben die Nachbarn Strom, liegt die Ursache des Stromausfalls meist in Ihrer eigenen Anlage, und oft hat nur ein Schutzschalter im Verteiler ausgelöst. Zwei Arten kommen in Frage: der Leitungsschutzschalter, also die Sicherung eines einzelnen Stromkreises, und der FI-Schutzschalter, der mehrere Stromkreise abschaltet, wenn Strom über einen falschen Weg abfließt. Einen ausgelösten Schalter erkennen Sie am Hebel, der unten steht. Sie dürfen ihn einmal wieder einschalten, aber nur die Tür des Verteilers öffnen, nie eine Abdeckung. So gehen Sie vor:
- Nehmen Sie eine Taschenlampe und öffnen Sie nur die Tür des Verteilers. Abdeckungen bleiben geschlossen.
- Suchen Sie den Schalter, dessen Hebel unten steht. Ein FI hat zusätzlich eine Prüftaste mit T.
- Ziehen Sie im betroffenen Bereich alle Stecker und schalten Sie fest angeschlossene Geräte aus.
- Schalten Sie den ausgelösten Schalter einmal wieder ein.
- Hält er, stecken Sie die Geräte einzeln wieder ein. Löst er bei einem bestimmten Gerät aus, lassen Sie dieses Gerät ausgesteckt und lassen es prüfen.
- Haben Sie noch Schraubsicherungen, ersetzen Sie eine durchgebrannte Sicherung nur durch eine mit gleicher Ampere-Zahl, nie durch eine stärkere. Tauschen Sie nur den Schmelzeinsatz. Entfernen oder überbrücken Sie nie den Passeinsatz. Sind Sie unsicher, rufen Sie einen Elektrofachbetrieb.
Hinweis: Schalten Sie eine Sicherung oder einen FI nicht mehrfach hintereinander ein. Löst er sofort wieder aus, auch ohne angeschlossene Geräte, liegt ein Fehler in der Installation vor.
Wann sollten Sie einen Elektriker rufen?
Einen Elektrofachbetrieb rufen Sie, sobald der Stromausfall auf einen Fehler in der Hausinstallation hindeutet oder Gefahr besteht. In diesen Fällen schalten Sie nichts mehr ein:
- Brandgeruch, Rauchspuren, verfärbte oder heiße Steckdosen und Schalter
- Eine Sicherung oder ein FI löst sofort wieder aus, auch wenn alle Geräte ausgesteckt sind
- Wasser im Verteiler, in Dosen, an Leitungen oder im Keller
- Ihr Haus ist ohne Strom, die Nachbarn haben Strom und im Verteiler steht kein Schalter unten
Öffnen Sie keine Abdeckungen und arbeiten Sie nicht selbst an der Anlage. Arbeiten an der Hausinstallation dürfen nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung nur der Netzbetreiber oder ein Installationsunternehmen ausführen, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist.
Wie lange bleibt der Kühlschrank kalt?
Ein Kühlschrank bleibt bei einem Stromausfall nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen je nach Füllstand und Isolierung etwa vier bis sechs Stunden kalt, solange die Tür geschlossen bleibt. Ein Gefrierschrank hält die Temperatur bei geschlossener Tür oft bis zu 48 Stunden, gut gefüllt besser als halb leer. Öffnen Sie beide Geräte deshalb so selten wie möglich.
Verbrauchen Sie empfindliche Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eierspeisen und vorbereitete Salate zuerst. Rohe tierische Produkte müssen Sie nach dem Auftauen vollständig durcherhitzen. Angetautes Speiseeis entsorgen Sie laut Verbraucherzentrale sicherheitshalber.
Wie bereiten Sie sich auf lange Ausfälle vor?
Auf einen längeren Stromausfall bereiten Sie sich mit Vorräten für einige Tage vor: Das BBK empfiehlt, dass jeder Haushalt so lange ohne Hilfe von außen auskommt. Lokale Ausfälle lassen sich laut BBK durch Schaltmaßnahmen der Netzbetreiber meist auf wenige Minuten begrenzen. Bei schweren Schäden am Netz kann es aber auch Tage dauern.
- Vorräte an Trinkwasser, Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln
- Bargeld, weil Geldautomaten und Kassen ausfallen können
- Taschen- oder Campinglampen mit Ersatzbatterien
- Eine geladene Powerbank für Handy und andere Geräte
- Ein Radio mit Batterien oder Handkurbel für Durchsagen der Behörden
- Kerzen und Gasgeräte nur unter Aufsicht und mit ausreichender Lüftung
Wer im Notfall Teile des Hauses selbst versorgen will, etwa mit Speicher oder Stromerzeuger, sollte das vor dem nächsten Stromausfall planen. Laut BBK dürfen solche Einspeisungen und Umbauten nur Elektrofachbetriebe ausführen.
Was macht der Elektro-Notdienst vor Ort?
Der Elektro-Notdienst sucht bei einem Stromausfall im Haus die Ursache in Ihrer Anlage und trennt defekte Stromkreise oder Geräte sicher ab. Den übrigen Teil der Anlage bringt er wieder ans Netz, soweit das gefahrlos möglich ist. Was sich nicht sofort reparieren lässt, wird gesichert und später instand gesetzt. Störungen im öffentlichen Netz behebt dagegen nur der Netzbetreiber.
Vor Ort geht es um die Fragen, die Sie bis dahin offen lassen mussten: welcher Stromkreis den Fehler hat, ob ein Gerät oder die feste Installation betroffen ist und ob Wasser oder Hitze Leitungen beschädigt haben. Danach wissen Sie, welche Teile des Hauses wieder sicher Strom haben.
Reinlicht Elektrotechnik ist ein Meisterbetrieb aus Taufkirchen und im Installateurverzeichnis eingetragen. Der Notdienst 24/7 läuft über die Mobilnummer. Er ist eine Zusatzleistung und wird gesondert berechnet; die Konditionen erfahren Sie am Telefon.
- Welcher Bereich ist ohne Strom: ein Raum, eine Etage oder das ganze Haus?
- Welcher Schalter steht unten: eine Sicherung oder der FI?
- Riecht es verbrannt, oder ist Wasser im Spiel?
- Was war gerade eingeschaltet, als der Strom ausfiel?
