Was macht ein FI-Schutzschalter?
Ein FI-Schutzschalter schaltet einen Stromkreis ab, sobald Strom über einen falschen Weg zur Erde abfließt, etwa über den Schutzleiter oder über einen Menschen. Fachlich heißt er Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, kurz RCD. Er vergleicht dazu den Strom, der zu einem Gerät hinfließt, mit dem Strom, der zurückkommt.
Für den Personenschutz wird ein FI-Schutzschalter mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA eingesetzt. Zum Vergleich: Nach Angaben von TÜV Hessen kann schon ein Strom von 50 mA durch den Körper das Herz zum Stillstand bringen.
Der FI-Schutzschalter ersetzt keine Sicherung. Die Sicherung, heute meist ein Leitungsschutzschalter, schützt Leitungen vor Überlast und Kurzschluss. Der FI schützt Menschen vor gefährlichen Fehlerströmen. Im Verteiler arbeiten beide zusammen.
Hinweis: Ein FI-Schutzschalter löst nur aus, wenn der Fehlerstrom tatsächlich abfließen kann. TÜV Hessen weist darauf hin, dass er in manchen Situationen im Bad nicht auslöst, etwa bei einer isolierten Badewanne. Elektrogeräte gehören deshalb nicht in die Nähe einer gefüllten Badewanne.
Seit wann ist der FI Pflicht?
Die FI-Pflicht ist über Jahrzehnte gewachsen und gilt jeweils für Anlagen, die nach der damals gültigen Norm neu errichtet werden. Laut TÜV Hessen ist der FI-Schutzschalter seit 1984 in Bädern von Neubauten Pflicht, seit 2007 für jeden neu eingebauten Steckdosenstromkreis bis 20 A. Seit Oktober 2018 verlangt DIN VDE 0100-410 ihn zusätzlich für Beleuchtung in Wohnungen.
| Seit | Bereich | Grundlage |
|---|---|---|
| 1984 | Räume mit Badewanne oder Dusche in Neubauten | DIN VDE 0100-701 (damalige Ausgabe) |
| 2007 | Neu eingebaute Steckdosenstromkreise bis 20 A, im Außenbereich bis 32 A | DIN VDE 0100-410:2007 |
| 2008 | Stromkreise in Räumen mit Badewanne oder Dusche | DIN VDE 0100-701:2008-10 |
| Oktober 2018 | Steckdosen bis 32 A für die Nutzung durch Laien, Steckdosen im Außenbereich bis 32 A, Beleuchtungsstromkreise in Wohnungen und Einfamilienhäusern | DIN VDE 0100-410:2018-10 |
Für Anlagen, die am 1. Oktober 2018 schon in Planung oder im Bau waren, galt laut DKE eine Übergangsfrist bis zum 7. Juli 2020. Seitdem gilt für neue Anlagen ausschließlich die Ausgabe DIN VDE 0100-410:2018-10.
Muss ich in einer Altanlage nachrüsten?
In einer Altanlage im Privathaushalt müssen Sie einen FI-Schutzschalter nicht allein wegen ihres Alters nachrüsten. Eine Anlage, die nach den Regeln ihres Baujahrs korrekt errichtet wurde, darf weiter betrieben werden. Laut TÜV Hessen endet dieser Bestandsschutz bei bestimmten Umbauten, Nutzungsänderungen oder Erweiterungen und wenn von der Anlage erkennbar eine unmittelbare Gefahr ausgeht.
Für neue Steckdosen in einer erweiterten Anlage verlangt die DIN VDE 0100-410 einen FI mit höchstens 30 mA. Typische Anlässe sind:
- Neue Steckdosen oder ein neuer Stromkreis, etwa im ausgebauten Dachgeschoss
- Badsanierung mit neuer Elektroinstallation
- Eine Wallbox, eine Wärmepumpe oder eine PV-Anlage kommt hinzu
- Verschmorte Leitungen, fehlende Schutzleiter oder andere erkennbare Schäden
Auch ohne Pflicht erhöht ein FI-Schutzschalter in einer Altanlage die Sicherheit. Wo ein Umbau des Verteilers aufwendig ist, lässt die DKE als Zwischenlösung FI-Steckdosen zu, also Steckdosen mit eingebautem FI. Das gilt auch für alte Anlagen mit klassischer Nullung.
Welcher FI-Typ passt zu Wallbox und PV?
Für eine Wallbox braucht jeder Ladepunkt nach DIN VDE 0100-722 einen eigenen FI-Schutzschalter mit höchstens 30 mA. Laut DKE ist entweder ein Typ B zulässig oder ein Typ A oder F zusammen mit einer Gleichfehlerstrom-Überwachung nach IEC 62955. Ist beides schon in der Wallbox eingebaut, erfüllt das die Anforderung. Der Grund: Geräte mit Leistungselektronik können Fehlerströme erzeugen, die ein einfacher FI nicht bemerkt.
| Typ | Erkennt | Hinweis |
|---|---|---|
| AC | nur sinusförmige Wechselfehlerströme | seit 1985 für Haushalte nicht mehr zugelassen, bei Fund austauschen lassen |
| A | Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme, keine glatten Gleichfehlerströme | üblicher Typ in Haushalt und Gewerbe |
| F | wie Typ A, zusätzlich Frequenzgemische bis 1 kHz | für Geräte, die das laut Hersteller verlangen |
| B | wie Typ F, zusätzlich glatte Gleichfehlerströme (allstromsensitiv) | für Anwendungen mit möglichen glatten Gleichfehlerströmen |
Für PV-Anlage, Speicher und Wärmepumpe steht der nötige FI-Typ in den Herstellerunterlagen des Geräts. Bei PV-Anlagen kommt die Errichtungsnorm DIN VDE 0100-712 hinzu. Beides wird geprüft, bevor der Verteiler geplant wird.
Ist ein Brandschutzschalter Pflicht?
Ein Brandschutzschalter ist nach DIN VDE 0100-420:2022-06 keine allgemeine Pflicht. Fachlich heißt er Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung, kurz AFDD. Er erkennt Lichtbögen, wie sie an beschädigten Leitungen oder lockeren Klemmen entstehen, und schaltet den Stromkreis ab. Bei der Planung neuer Anlagen muss aber für diese Räume eine Risiko- und Sicherheitsbewertung durchgeführt und dokumentiert werden:
- Räume, die überwiegend zum Schlafen dienen, etwa Schlaf- und Kinderzimmer
- Räume oder Orte mit besonderem Brandrisiko
- Räume aus brennbaren Bauteilen mit geringem Feuerwiderstand
- Räume mit unersetzbaren Gütern, etwa Museen oder Archive
Ergibt die Bewertung ein besonderes Risiko, sind geeignete Maßnahmen nötig. Der AFDD ist eine davon, andere sind bauliche oder organisatorische Maßnahmen. Für bestehende Anlagen gibt es laut DKE keine generelle Anpassungspflicht, wohl aber für Änderungen und Erweiterungen.
Hinweis: Stand Oktober 2026: Angaben nach DIN VDE 0100-420:2022-06 und der FAQ-Liste der DKE. Maßgeblich ist immer die Normausgabe, die bei Errichtung oder Änderung gilt.
Wie oft die Prüftaste drücken?
Die Prüftaste eines FI-Schutzschalters sollten Sie nach Herstellerangabe drücken, im Privathaushalt ohne Angabe etwa alle sechs Monate. Die Taste ist meist mit T beschriftet und simuliert einen Fehlerstrom. So erkennen Sie, ob die Mechanik noch auslöst.
Für Betriebe nennen die Durchführungsanweisungen zur DGUV Vorschrift 3 als Prüffrist für die Prüftaste je nach Einsatzbereich 6 Monate oder arbeitstäglich. Hersteller können andere Intervalle angeben. Für Privathaushalte gibt es keine feste Frist, die sechs Monate sind dort ein Richtwert.
- Speichern Sie offene Arbeit am Computer und schalten Sie empfindliche Geräte aus.
- Drücken Sie die Prüftaste am FI.
- Der Hebel muss sofort nach unten springen. Die angeschlossenen Stromkreise sind jetzt stromlos.
- Schalten Sie den Hebel wieder nach oben.
- Löst der FI nicht aus oder lässt er sich nicht wieder einschalten, rufen Sie einen Elektrofachbetrieb.
Wer darf einen FI einbauen?
Einen FI-Schutzschalter darf nur ein eingetragener Elektrofachbetrieb einbauen. Der FI sitzt im Verteiler und gehört damit zur fest installierten Anlage. Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen Arbeiten an dieser Anlage außer vom Netzbetreiber nur Installationsunternehmen ausführen, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind.
Reinlicht Elektrotechnik ist ein Meisterbetrieb aus Taufkirchen und im Installateurverzeichnis eingetragen. Vor dem Nachrüsten klärt der Termin vor Ort, welches Netzsystem vorliegt, ob jeder Stromkreis einen Schutzleiter hat und ob im Verteiler Platz für einen oder mehrere FI ist. Nach dem Einbau werden Auslösestrom und Auslösezeit gemessen und in einem Prüfprotokoll festgehalten.
Halten Sie für den Termin bereit, was Sie über die Anlage wissen: ungefähres Baujahr, vorhandene Unterlagen und geplante Geräte wie Wallbox, Wärmepumpe oder PV-Anlage. Zeigt die Messung Mängel an der Altanlage, erfahren Sie das vor dem Umbau und entscheiden dann, ob nur der FI kommt oder der Verteiler mit erneuert wird.
